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Informationen über einzelne Tanzstile

LANGSAMER WALZER

Um 1870 entwickelte sich in den USA eine sanftere Form des Wiener Walzers, der unter dem Namen Boston bekannt wurde. Diese Version behielt die für den Wiener Walzer charakteristischen drehenden Figuren bei, wurde aber zu einem langsameren Tempo getanzt. Um 1920 entwickelte sich daraus in England der Langsame Walzer, der wegen seiner Herkunft auch English Waltz genannt wird. Andere Quellen geben allerdings auch den österreichischen Ländler als „Urvater“ des Langsamen Walzers an. Wie auch immer, die Tänzer nutzen das langsamere Tempo, um den Walzer um weitere Figuren zu bereichern, die damit das Tanzen interessanter machen. Der Langsame Walzer ist seit 1963 Bestandteil des Welttanzprogramms. Er gilt als der harmonischste Standardtanz und wird häufig zur Eröffnung einer Tanzveranstaltung getanzt. Auch wird er als einer der fünf Standardtänze weltweit auf jedem Standardturnier als erstes gewertet.

SLOWFOX

Slowfox (auch Slow Foxtrott) ist ein Standardtanz, der im 20. Jahrhundert in England aus dem Foxtrott entstand. Da der Slowfox sowohl technisch als auch musikalisch sehr anspruchsvoll ist, wurde er nicht ins Welttanzprogramm aufgenommen. So wird er in Tanzschulen erst in sehr weit fortgeschrittenen Kursen unterrichtet. Er wird als einer der fünf Standardtänze weltweit auf Standardturnieren der höheren Startklassen getanzt (bei Turnieren des DTV ab der C-Klasse). Der Name „Slowfox“ ist vor allem im deutschen Sprachraum gebräuchlich, international wird die Bezeichnung „Slow Foxtrott“ (engl. „langsamer Foxtrott“) bevorzugt. Ist aus dem Kontext klar, dass es sich um Slowfox und nicht um Foxtrott handelt – z. B. in Turnierkreisen –, wird er häufig auch nur „Foxtrott“ genannt.

FOXTROTT

Entstanden ist der Foxtrott zwischen 1910 und 1915 in Nordamerika. Sowohl die tänzerischen Wurzeln als auch die Herkunft des Namens sind nicht eindeutig zu bestimmen, da sich hier zahlreiche Quellen deutlich widersprechen. Die populärste Erklärung, in dem Namen eine Anspielung auf den Gang des Fuchses zu sehen, ist jedoch höchstwahrscheinlich falsch. Der Foxtrott nahm Elemente des Ragtime, Onestep, Twostep sowie des von Vernon und Irene Castle choreografierten Castle Walk auf. Der Name Foxtrott geht möglicherweise auf den Schauspieler Harry Fox zurück, der für sein damals populäres Varieté „Harry Fox & the Zigfeld Follies“ Schritte aus Onestep und Castle Walk übernahm. Fox verbreitete so diesen Tanz in der Öffentlichkeit. Der Foxtrott wurde zum Synonym für eine Reihe von Geh- und Schreittänzen, von denen die meisten nicht mehr existieren. Nach Europa kam der Foxtrott erst nach dem Ersten Weltkrieg. 1920 wurde das vorhandene Schrittmaterial auf einer Konferenz in England zum ersten Mal geordnet. Seit 1924 unterscheidet man zwischen der langsamen Variante Slowfox sowie dem schnelleren Quickstep. Ins Welttanzprogramm wurde der Foxtrott 1963 mit aufgenommen, als Turniertanz wurde er in Europa jedoch nie verwendet.

TANGO

Tango, auch Internationaler Tango, Europäischer Tango, Standard-Tango, Englischer Tango oder Ballroom Tango (ballroom ist die englische Bezeichnung der Standardtänze) genannt, ist ein Gesellschaftstanz und Turniertanz, der paarweise getanzt wird. Er ist einer der fünf Standardtänze, Bestandteil des Welttanzprogramms und weltweit verbreitet. Im deutschen Sprachgebrauch wird Tango mit dem europäisierten Tango gleichgesetzt. Der ursprüngliche Tango kommt aus Argentinien und Uruguay. Diese ursprüngliche Form des Tango Argentino hat sich erst vor 20 Jahren in Europa etabliert. Auch in den klassischen Tanzschulen wird die europäisierte Form immer mehr durch den Tango Argentino abgelöst. Die beiden Tangoformen unterscheiden sich erheblich in ihrem Charakter, Ausdruck und Bewegungsformen. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird hier bevorzugt die Bezeichnung Internationaler Tango verwendet.

WIENER WALZER

Der Wiener Walzer ist ein Gesellschafts- und Turniertanz, der paarweise getanzt wird und zu den Standardtänzen des Welttanzprogramms gehört. Er ist mit seinen ungefähr 60 Takten pro Minute nach Takten der schnellste Tanz des Welttanzprogramms. Der Walzer, zur Unterscheidung vom Langsamen Walzer (English Waltz) und dem Französischen Walzer, meist Wiener Walzer genannt, ist der älteste der modernen bürgerlichen Gesellschaftstänze. Er wird in den 1770er Jahren erstmals in einer Alt-Wiener Volkskomödie von Felix von Kurtz, dem Schöpfer der „Bernardon“-Figur, erwähnt und wurde vor der Französischen Revolution berühmt, weil er das aristokratische Menuett als massgebenden Gesellschaftstanz verdrängte. Der Walzer entstand aus dem „Deutschen Tanz“. Ob der Ländler ein Vorläufer des Walzers war oder sich parallel entwickelte, ist umstritten.

LINEDANCE

Linedance ist eine choreografierte Tanzform, bei der einzelne Tänzer/innen unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit in Reihen und Linien vor- und nebeneinander tanzen. Die Tänze sind passend zur Musik choreografiert, die meist aus den Kategorien Country und Pop stammt.

QUICKSTEP

1925 begann in England das Charleston-Fieber, aus dem nach und nach, kombiniert mit schnellen Foxtrott-Schritten, der Quickstep entstand. Der Charleston selbst war zu wild und zu aggressiv, um seinen anfänglichen Erfolg auf längere Zeit hin fortzuführen. Der Quickstep hielt als letzter Tanz den Einzug ins Turnierprogramm und hat den frechen Charakter des Charleston beibehalten. Im Gegensatz zum Langsamen Walzer mit seiner Seitwärtsbewegung werden beim Ouick-Step Linien und Kreise getanzt. Charakteristisch für den Quickstep sind die sehr schnellen, kontrolliert fliessenden Laufbewegungen, die durch Dynamik, dem Wechsel von "slow"- und "quick"-Schritten und das rasche Tempo von 52 Takten pro Minute beherrscht werden. Er ist fröhlich, sportlich und trickreich. Besonders auffällig sind die schnellen Beinbewegungen, die leicht und spielerisch wirken sollen.

CHA CHA CHA

Der Cha Cha Cha in seiner weltweit verbreiteten westlichen Variante gehört zu den latein-amerikanischen Tänzen des Tanzsports und wird als Bestandteil des Welttanzprogramms in Tanzschulen unterrichtet. Die ursprüngliche kubanische Form des Cha Cha Cha unterscheidet sich in Technik und Figurenrepertoire stark vom heutigen Turniertanz und ist in der spanischen Schreibweise Cha Cha Cha in der modernen Salsaszene anzutreffen. Die Geschichte des Cha Cha Chas wurde nur mündlich überliefert und wird leicht unterschiedlich wiedergegeben. Der Rhythmus des Cha Cha Chas wurde zwischen 1948 und 1951 von Enrique Jorrín erfunden, einem kubanischen Komponisten und Violinisten, der damals in der kubanischen Charanga Orquesta América spielte. Jorrín variierte in seinen Kompositionen beständig den kubanischen Tanzrhythmus Danzón: Unter anderem reduzierte er die für die kubanische Musik typische Synkopierung und fügte dem ursprünglich rein instrumentalen Musikstil rhythmische Gesangseinlagen hinzu.

RUMBA

Zu den bekanntesten Vorläufern der Rumba zählt, wie auch beim Tango, die Habanera. Sie wurde in Argentinien zur Milonga (einer Vorläuferin zum Tango), während sie in Kuba den Bolero beeinflusste, der mit den auf der Son-Clave basierenden Guarachas und Guajiras das Repertoire der alten kubanischen Trova ausmachte. Miguel Matamoros schuf in den 1920er Jahren den langsameren, ebenfalls auf der Son-Clave beruhenden Bolero-Son. Eine Verwandtschaft mit der afrokubanischen Rumba ist nicht anzunehmen. Das Wort "Rumba" steht im Spanischen der Karibik auch allgemein für ein nächtliches Fest oder gemeinsames Musizieren. Als Modetanz kam die Rumba erstmals 1914 in New York auf. Rhythmisch vereinfacht gelangte sie Anfang der 1930er Jahre auch nach Europa. Die Nationalsozialisten verboten die Rumba als entartete Kunst, aber auch in anderen Ländern liess das Interesse nach.

SAMBA

Ursprünglich war Samba ein Sammelname für viele Tanzformen, die im 19. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven aus dem Kongo, dem westlichen Sudan (d. h. hier: der Grosslandschaft) und Angola in ihre neue Heimat Brasilien eingeführt wurden. Der Rhythmus der getrommelten batuque gilt als Ursprung der Sambamusik, der samba de roda, ein Kreistanz (port. roda „Runde“, „Kreis“) gilt als Ursprung des heutigen brasilianischen Samba. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Samba zum festen Repertoire jeder Tanzkapelle. Im beginnenden „Wirtschaftswunder“ 1948/49 erreichte der Samba in einer sehr vereinfachten Form grosse Popularität: „Am Zuckerhut, am Zuckerhut, da geht’s den Senoritas gut“, „Ay ay ay Maria, Maria aus Bahia“ Die Tanzschulen nahmen den Samba mit Erfolg in ihr Programm auf. 1959 wurde er in das Turnierprogramm der lateinamerikanischen Tänze aufgenommen.

PASO DOBLE

Wörtlich übersetzt heißt Paso Doble „Doppelschritt“. Es ist ein einfacher spanischer/südfranzösischer Paartanz mit einem einfachen Schrittmaterial auf Marschmusik. In stilisierter Form verbreitete sich dieser, auch in Lateinamerika anzutreffende Volkstanz, nach 1910 in anderen europäischen Ländern. Die Musik ist aus Elementen des Fandango und des Flamenco angereichert. Der Flamenco-Stil bildete sich im 19. Jahrhundert heraus. Aufgrund seiner Ausdruckskraft, die mit der des amerikanischen Blues zu vergleichen ist, wird er auch als weißer Blues bezeichnet. Der Tanz wurde in Paris in den zwanziger Jahren choreografiert, daher die französischen Figurennamen. Heute ist der Paso Doble in Mitteleuropa in den Hintergrund gedrängt worden. Er ist zwar seit 1945 Turniertanz und wird in Tanzschulen gelehrt, ist jedoch in der Öffentlichkeit eher dürftig vertreten. Es gibt nur wenige Musikgruppen, die ihn im Repertoire haben.

JIVE

Jive ist eine Bezeichnung für einen Tanz, der vielfältige verwandte Vorläufer afroamerikanischen Ursprungs hat. Dazu gehören zu Beginn der 1930er Jahre Lindy Hop, Blues, Swing, in den 1940ern der Boogie-Woogie gefolgt in den 1950ern vom Rock ’n’ Roll. Charakteristisch für alle diese Tanzformen war und ist heute noch die stimulierende Musik. Amerikanische Soldaten brachten die in den USA beheimateten Tänze um 1940 nach Europa, wo sie bei der Jugend schnell sehr beliebt wurden. Der Boogie wurde nach dem Krieg zur dominierenden Musik. Englische Tanzlehrer entwickelten, mit etwas langsamerer Musik, den eleganten und doch lebendigen Jive. 1968 wurde er als fünfter Turniertanz zu den lateinamerikanischen Tänzen aufgenommen, seit 1976 gehört der Jive zum Welttanzprogramm. In England erfreut sich ein anderer Jive großer Beliebtheit: Anstelle der üblichen sechs Beats wird der Modern Jive wie der Lindy Hop auf acht Beats getanzt.

TURNIERTANZ

Tanzsport ist sowohl im Breiten- wie auch im Turnier- und Leistungssport beliebt. Dabei ist der Übergang vom Hobbytänzer über den ambitionierten Breitensportler bis hin zum Einsteiger in die Turnierszene im Idealfall fließend. Turniere gibt es sowohl für den Breiten- wie auch für den Leistungssportbereich. Dabei treten einzelne Tänzer, Paare, Formationen oder Mannschaften einzelner Paare an. Sie präsentieren den Turnierregeln folgend entweder eine einstudierte Choreografie oder interpretieren ein gespieltes Musikstück frei. An Turnieren treten Paare, eingeteilt nach Alter und Leistungsstand, in Wettbewerben gegeneinander an. Während der Vor- und Zwischenrunden werden sie in ihrer Leistung von einer ungeraden Anzahl von Wertungsrichtern in verdeckter Wertung vergleichend beurteilt. Aufgrund dieser punktuellen Bewertung entscheidet sich, ob ein Paar in die nächste Runde kommt oder nicht. An der nächsten Runde, je nach Anzahl der Paare bis zu fünf Runden pro Turnier, nimmt mindestens die Hälfte der Paare der vorherigen Runde teil. Bis zu sieben Paare schaffen es in die Endrunde und können damit eine begehrte Platzierung erringen, von denen zwischen fünf und zehn zum Aufstieg in die nächsthöhere Klasse notwendig sind. Für jedes Paar, welches in der Gesamtwertung auf einem niedrigeren Platz liegt, erhält das Paar einen Punkt. Eine Anzahl von Punkten sind ebenfalls zum Aufstieg in die nächsthöhere Klasse notwendig. Platzierungen und Punkte werden im Startbuch eines Paares verzeichnet.

HIP HOP

Hip Hop ist ursprünglich als Straßen- und Partykultur in den Ghettos der South Bronx in New York entstanden. Er hat nicht nur einen neuen Tanz geschaffen, sondern auch ein völlig neues Lebensgefühl! Wichtige Elemente im Hip Hop sind Locking, Popping, House Dance und NY Style. Stark beeinflusst von Rap und Funk Musik als deren „Erfinder“ die damaligen Radiomoderatoren (Dj`s) gelten. Eine Mischung aus getanzten und gesprungenen Aktionen, Breakdance Moves und gespielten pantomimischen Figuren, die kleine Geschichten erzählen, macht Hip Hop zu einer der vielseitigsten und abwechslungsreichsten Tanzformen, die es gibt.

TANGO ARGENTINO

Unter dem Oberbegriff Tango wird sowohl der Tanz als auch die Musikrichtung Tango verstanden.  Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hat sich der Tango in verschiedenen Formen von Buenos Aires aus in der gesamten Welt verbreitet. Zur Unterscheidung gegenüber dem (gelegentlich Europäischer Tango genannten) Standardtango des Welttanzprogramms wird die ursprünglichere (weniger reglementierte) Form des Tanzes und die zugehörige Musik weltweit Tango Argentino genannt. Früher tanzte man Schritte. Ein Schritt ist eine statische Figur. Zum Beispiel die Rueca, ein alter Schritt. Irgendso ein Typ erfand die Rueca, er fing an, sie auf der Milonga zu zeigen, und schon wollte die ganze Welt sie nachmachen. Seit den vierziger Jahren improvisieren dagegen die Tänzer eher, sie beginnen Formen zu tanzen, die sich dann vermischen.

SALSA

Wie die Salsa-Musik ist auch der dazugehörige Tanz eine Verbindung afrokaribischer und europäischer Tanzstile. Die Ursprünge stammen aus dem englischen Kontratanz des 17. Jahrhunderts. In vielen Figuren steht sich das Paar dort in einer ähnlichen Tanzhaltung wie beim Gesellschaftstanz gegenüber, bei der die Frau ihre linke Hand auf dem Oberarm oder die Schulter des Mannes legt, der Mann mit seiner rechten Hand ihre Hüfte umfasst und sich die freien Hände in der Luft treffen. Der Kontratanz war ein Gruppentanz; die meisten Figuren umfassten zwei 4/4-Takte, also acht Schläge. Wie im Square Dance gab es einen „Caller“ (engl., etwa „Ansager“), der den Paaren im Saal die zu tanzenden Figuren zurief. Der Caller konnte sich im Laufe eines Stückes aber auch zurückziehen und die Paare sich selbst und der Musik überlassen. Ende des 19. Jahrhunderts individualisierte sich dieser Tanz im Danzón zum Paartanz.

SALSA RUEDA

Ein lateinamerikanischer Gruppentanz, der im Allgemeinen zu Salsa-Musik getanzt wird. Er ist für sechs bis zehn Paare ideal, kann aber auch mit weniger (sogar mit nur zwei) und mehr Paaren getanzt werden. Übersetzt bedeutet Rueda Rad. Der Name rührt daher, dass alle beteiligten Paare einen Kreis bilden, wobei sie jeweils synchron die gleichen Figuren tanzen. Bedingt durch Partnerwechsel, die jeweils zu den getanzten Figuren gehören, dreht sich die Rueda bzw. das Rad. Wie bei einem Rad ist eine Hauptorientierung aller Tänzer die Mitte, als die Achse des Rades. Eine Person macht dabei den Cantante (engl. Caller), den Ansager. Er bestimmt, welche Figur als nächstes getanzt wird und sagt das Kommando für die Figur für alle Beteiligten laut an. Gelegentlich werden auch Handzeichen benutzt, besonders wenn es zu laut ist, gesprochene Kommandos klar zu hören. Rueda kommt ursprünglich aus Kuba.

MERENGUE

Ursprünglich sollen die „Baisers“, eine Süßspeise aus Eischnee und Zucker, im Schweizer Ort Meiringen erfunden worden sein. Am französischen Hof unter Ludwig XV. waren sie sehr beliebt und wurden „Meringues“ genannt. Französische Kolonialisten brachten sie in den Westteil der Insel Hispaniola (heute Haiti) mit. Warum die Süssspeise der Musik den Namen gab, ist unbekannt. Allerdings entspricht der Name dem Charakter Hispaniolas: Zucker war einer der Hauptexportartikel der Kolonialinsel. Die Ursprünge bleiben im Dunkeln - lange Zeit blieb er auf der Insel unbeachtet. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Merengue nur unter der Landbevölkerung zu Hause, dagegen nahmen ihn die exklusiven Salons der Städte mit ihren Tanzorchestern nicht wahr. Das änderte sich schlagartig unter der Ära Rafael Trujillos. Der Diktator entdeckte in den 1930er Jahren den Merengue als Propagandamittel und wurde zum großen Förderer der Musik. Allerdings war ihm der Merengue nicht „europäisch“ genug. Er wies daher die Komponisten an, mehr Orchesterinstrumente in die Arrangements aufzunehmen, ließ die Musik in den staatlichen Radioprogrammen spielen, er inszenierte prachtvolle Bälle, die er selbst als Tänzer eröffnete, und initiierte verschiedene Merengue-Festivals, insbesondere in Santo Domingo (welche er in „Ciudad Trujillo“ umbenannte).

DISCOFOX

Der Discofox ging aus dem Foxtrott hervor, als um 1967 frei improvisierende Discotänzer zur Tanzhaltung zurückkehrten und den klassischen Foxtrott um Elemente aus Swing, Boogie-Woogie und Two-Step bereicherten. Dabei entstand in den USA der Hustle, in Europa der Discofox, der 1979 in das Welttanzprogramm aufgenommen wurde. Erste Turniere wurden Ende der 1980er Jahre in der Schweiz ausgetragen; hier entstand auch die schweizweite Bezeichnung Disco Swing, als mehr und mehr Elemente aus anderen Tänzen wie Rock ’n’ Roll, Boogie Woogie, Swing, Mambo, Salsa und Cha Cha Cha in den Discofox integriert wurden. Während die raumgreifenden klassischen Tänze einen größeren Saal benötigen, ist der Discofox auf Grund seiner Entstehungsgeschichte nahezu auf der Stelle und damit auch auf dem begrenzten Flächenangebot einer Diskothek tanzbar.

DISCOCHART

DiscoChart ist wohl die jüngste und modernste Art des Gesellschaftstanzes. Der tänzerische Charakter des DiscoCharts ist erotisch und spannungsgeladen, aber auch temperamentvoll und spielerisch. Aufgrund seiner vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten sind dem DiscoChart keine eigenen technischen Elemente zuzuordnen. Je nach Art des Tanzstils werden technische Elemente anderer Tänze mit einbezogen. Basierend auf einem 6er (Boogie-Woogie) Grundschritt, einem tänzerischen Charakter, der sich je nach Tanzstil, sowohl der Standardtänze als auch der Lateintänze bedient, lässt sich der DiscoChart schwer in eine dieser Kategorien einreihen. Folglich ist der DiscoChart der wohl erste und einzige Standardlatein Tanz. DiscoChart ist nicht so durchchoreografiert wie die Standardtänze, er ist freier in seiner Form und imponiert mit arteigener Lässigkeit. Er verbindet die Drehtechniken der lateinamerikanischen Tänze mit der Improvisationsfreiheit des Swings. Kombinierbar mit den Wickelfiguren der Salsa und den akrobatischen Figuren aus Rock ’n’ Roll und Boogie-Woogie ist der DiscoChart heute einer der vielseitigsten Tänze des 21. Jahrhunderts. Weitere Infos unter » http://www.ad-cv.de oder » http://www.discochart-verband.de

BLUES-TANZ

Walking (Gehen) ist der Grundschritt. Die Tänzer können auf der Stelle gehen oder in jede Richtung. Blues als Gesellschafts- oder Showtanz war nie sehr weit verbreitet in den USA. Stattdessen wurde er in verräucherten Musikbars und bei Blues-Haus-Partys getanzt und hatte einen mehr privaten Charakter. Daher blieb der Tanz strenger an die Bewegungsformen des afrikanischen Tanzes gebunden, nicht nur in der Bewegung der Hüften, sondern auch damit, dass er innerhalb eines deutlich begrenzten Raumes stattfindet. Außerdem gehören Blues Dance und Blues-Musik eng zusammen. Viele Aspekte des Tanzes beziehen sich direkt auf die Musik, zu der getanzt wird, z. B. Ruf und Antwort, emotionale Intensität, Spannung und Lösung. Es gibt viele Arten von Blues-Musik (ländliche, städtische, schnelle, langsame, elektrisierende, moderne) und ebenso viele Arten von Blues Dance, alle sehr unterschiedlich in den Nuancen und im Gefühlsausdruck.

BACHATA

Bachata entstand Anfang der 1960er Jahre als eine Form des kubanischen bzw. karibischen Boleros (nicht zu verwechseln mit dem spanischen Bolero). Zunächst war Bachata dabei weniger zum Tanzen gedacht, sondern war einer von vielen Stilen der romantischen lateinamerikanischen Trio-Gitarrenmusik, die vergleichbar mit der mexikanischen Mariachi-Tradition hauptsächlich der Unterhaltung verliebter Paare diente. In den folgenden Jahrzehnten nahmen Bachata-Musiker Einflüsse aus anderen Stilen wie dem Merengue auf, das Tempo wurde erhöht und Bachata wurde mehr und mehr als Tanzmusik verstanden. Ab 2003 erfuhren Musikrichtung und Tanz einen Produktionsboom im gesamten hispanokaribischen Raum.

EVERDANCE

Das sind Tanzschritte, die als Einzeltänzerin und -tänzer zu beispielsweise Cha Cha Cha, Jive, Discofox oder Walzer getanzt werden. Die Grundschritte werden zu leicht erlernbaren Choreografien verbunden. Vorkenntnisse braucht es keine.

ROCK’N‘ROLL

Zur Musikrichtung Rock ’n’ Roll haben sich in den 50iger Jahren die dazu passenden Tänze entwickelt. Aus dem um 1920 entstandenen Swing entwickelte sich in den USA sehr früh der Lindy Hop, der erstmals akrobatische Elemente in einen Paartanz einfließen ließ. Dieser wiederum erfuhr um 1940 eine Abwandlung zum Boogie-Woogie, der auf deutlich schnellerer Musik basierte. Mit Aufkommen der Rock-’n’-Roll-Musik um 1955 wurde schließlich aus dem Boogie-Woogie von der protestgesteuerten Jugendbewegung der Rock ’n’ Roll erschaffen.

NIGHTCLUB TWO STEP

Der Nightclub Two Step (auch NC2S, Disco Two Step oder California Two Step) ist ein Paartanz aus den USA, der nicht zum Welttanzprogramm zählt, jedoch in vielen Tanzschulen unterrichtet wird. Kreiert wurde der Tanz vom damals 15jährigen Buddy Schwimmer (geb. 1950, Choreograph, in Amerika bekannt mit seinen West Coast Swing-Shows als „King of Swing“ und „The Man with a Thousend Moves“ und ebenso bekannt aus Fernsehshows wie „Dance Fever“ und „Big Band Ballroom Bash“ . Der NC2S wird zu eher langsamer bis mittelschneller, romantischer Musik im 4/4-Takt getanzt, mit 25 - 32 Takten pro Minute. Ein klassisches Beispiel der NC2S-Musik ist der Titel „Lady in Red“, die fliessenden und gleitenden Bewegungen passen gut zu Rockballaden. Die Paarhaltung ist eher entspannt und natürlich, genau wie beim Swing. Die Betonung liegt auf dem Seitschritt, der doppelt so lang wie die Rückplatzschritte getanzt wird (Rhythmus: quick, quick, slow). Die kleinen, schnellen Rückplatzschritte passen zu den schnellen Bassschlägen, der langsame Seitschritt betont ersten Taktschlag. Eigentlich kennt man das Muster aus dem Jive. Natürlich sind synkopierte Varianten zur Abwechslung reizvoll. Der Figurenkatalog ist gross. Den Ursprung vieler Figuren findet man in Rumba, Samba, Discofox und Salsa. Hüftbewegungen und feste Figurenfolgen gibt es nicht. Wichtig sind Führen und Folgen, Improvisieren, den Gefühlen freien Lauf und sich von der Musik inspirieren lassen, auf einander eingehen mit weichen, angenehmen Bewegungen, ohne Ziehen und Stossen. Das ist Tanzen für jedes Alter, attraktiv, gefühlvoll und befreiend.

WEST COAST SWING

Der West Coast Swing ist, im Unterschied zu den ursprünglich sehr freien Swing-Tänzen, „slotted“ und stationär, das heisst er wird in einem schmalen, länglichen Bereich getanzt, dem slot, der normalerweise nicht verlassen wird. Da die Tanzrichtung meist beibehalten wird (Slot), ist der Platzbedarf auf der Tanzfläche relativ gering und vorhersehbar. Die Führungsbewegungen des Leaders erfolgen mit sehr viel Feingefühl und ohne ruckartige Manöver, wodurch sämtliche Figuren im West Coast Swing weich, flüssig und gleitend erscheinen. WCS zeichnet sich auf Fortgeschrittenenniveau durch anschauliche Improvisation und Interpretation der Musik mittels Körperbewegung aus. Der Rhythmus der Musik wird vorwiegend mit eleganten Körperbewegungen als Ausdruck der ganzen Erscheinung des Tanzpaares betont. Die in anderen Swing-Tänzen übliche rhythmische Beinarbeit, mit welcher der Takt der Musik vom Leader an den Partner übertragen wird, der sog. „Bounce“, fehlt gänzlich. West Coast Swing hat sich seit seiner Einführung ständig weiter entwickelt und dabei jeweils zeitgenössische, neue Musikströmungen aufgegriffen und deren Interpretation in die Tanzbewegungen und Figuren adaptiert. WCS legt Wert auf "contemporary" Musikstile und wird deshalb oft auf Disco, moderne Popmusik und Hip Hop-Musik getanzt, aber natürlich auch auf klassische Swing-Musik.